• Blickwechsel

Heute fühle ich mich regnerisch...


Eigentlich geht es mir gut...


Foto: Julie Meyer


Ich habe alles, was ich brauche, ich bin gesund. Eigentlich geht es mir gut, ich habe keinen Grund, mich so zu fühlen. Doch sie ist da, diese Leere, diese Kraftlosigkeit, diese Trauer. Wann hat es angefangen? Wodurch wird es ausgelöst? Wie werde ich sie wieder los? Wenn ich sie zulasse, drohe ich in ihr zu ertrinken! Wenn ich sie wegschiebe, ersticke ich. Es raubt mir die Kraft. Ich kann nicht mehr. Ich schäme mich. Ich meine, anderen Menschen, denen es wirklich schlecht geht, die haben das Recht, traurig zu sein, aber ich? Ich habe alles, was ich brauche. Ich habe Geld, zu Essen, gutes Essen sogar. Ich habe eine Familie, ein schönes Haus, einen Job. Was um alles in der Welt macht mich so traurig?

Emotionen zulassen, bewertungsfrei, und ohne Angst, ist nicht jedermann Sache. Es ist nicht leicht, es macht verwundbar. Manchmal zehrt es auch an den Kräften. Aber Emotionen sind Wegweiser, nehmen wir sie nicht wahr, beachten wir sie nicht, oder lassen uns nicht von ihnen navigieren, dann irren wir verloren umher. Wo sollte die Reise denn eigentlich hinführen? Zu mir, zu dir, zum Kern. Zu deinem eigenen inneren Kern!




Emotionen vs Gefühle

Foto: Pixabay


Emotionen entstehen bevor wir denken. Sie sind rein und wahr. Gefühle sind Emotionen, auf die ein oder mehrere Gedanken folgen, man könnte sagen weiter Ge-dachtes fühl-en. Was nicht heißen soll, dass sie nicht echt sind, das sind sie schon. Nur eben durch unsere Gedanken beeinflusst. Was aber auch bedeutet, dass wir uns wiederum genau das zu Nutze machen können: bewusst denken und somit bewusst fühlen, und dadurch unsere durch unsere Gefühle entstandenen Gedanken wiederum bewusst und positiv beeinflussen. Dazu mehr in einem anderen Beitrag. Eins nach dem anderen…



Hier nun geht es sich um Emotionen. Wut, Trauer, Freude, Angst, Liebe haben viel Stärke in sich. Es sind kraftvolle Zustände. Zustände, die Berge versetzen können! Aus Angst vor dieser Kraft entscheiden sich manche Menschen unterbewusst dazu, diese Emotionen nicht mehr wahrnehmen und/oder ausdrücken zu wollen. Sie haben Angst jemanden zu verletzen, Angst erkannt zu werden, Angst vor sich selbst. Doch wer Mauern um sein Herz baut, um sich vor Wut, Trauer und Verletzung zu schützen, der „schützt“ sich letzten Endes auch vor Liebe und Freude. Auch sie können den Weg in das eigene Herz nicht mehr finden und können nicht mehr weitergegeben werden. Scheinbare Gefühlskälte macht sich breit. Nach außen hin erweckt man einen teilnahmslosen Eindruck, doch innen brodelt es. Ob das innere Brodeln von einem selbst wahrgenommen wird oder nicht, hängt davon ab, wie sehr man sich eventuell schon von sich selbst entfernt hat. Und da sind wir auch schon am eigentlichen Punkt angelangt: sich von sich selbst entfernen, sich etwas vorspielen, etwas vorgaukeln. Manche merken das noch nicht einmal mehr, da sie das bereits über Jahre hinweg so machen, und wahre Meister im Theater spielen geworden sind. Sie selbst können nicht einmal mehr Schein und Sein voneinander entscheiden.



wenn die Seele weint...

Und jetzt verbinden wir diesen Zustand mit der obigen Aussage „heute fühle ich mich regnerisch!“ Könnte es vielleicht sein, dass deine Seele weint? Dass die Trauer sich meldet, weil du dir selbst etwas vormachst? Du dich selbst nicht mehr siehst? Macht es dich traurig und kraftlos das Leben eines anderen zu führen? Deine Seele weint, sie ist wütend und versucht so ständig Kontakt mit dir aufzunehmen. Deine Emotionen wollen dir den Weg zeigen, und du lässt es nicht zu…?


Foto: Unsplash



One Way Ticket


to: "Myself"





Du selbst entscheidest, mit welchem Transportmittel du dich auf deine Reise begibst. Du kannst fliegen, genauso gut kannst du aber auch in Gänseschritten voranschreiten. Hauptsache du gehst. Und ehrlich gesagt, langsam sein hat eine immense Qualität! Dir fällt dabei viel mehr auf, du kannst viel mehr Erfahrungen mitnehmen, viel mehr aus deinem Umfeld auf dich einwirken lassen und lernen, du kannst viel mehr Schätze am Straßenrand sammeln und in deinen Koffer packen…!



wenn einer eine Reise tut, dann will er was erleben...

Überlege dir vorher, was du in deinen Koffer packst. Was brauchst du an Ressourcen, um diese Reise auf dich nehmen zu können? Was hilft dir, was tut dir gut? Und wenn du dann mal einen traurigen Tag hast, mach Deinen Koffer auf. Genieße den Inhalt und … diese Emotion. Stelle dir vor, sie sei einer deiner Webbegleiter. Freue dich darüber, dass du es geschafft hast, diesen Freund endlich wahrzunehmen, begrüße sie und bewerte sie nicht. Gehe mit ihr ins Gespräch. Was will sie dir sagen? Welche Werte vermitteln? Welche Lernerfahrungen erläutern? Worauf will sie dich aufmerksam machen? Und vor allem, wo will sie dich hinbegleiten? Dich hinführen? Schaue in diese Richtung. Was erwartet dich da? Wie fühlt sich das an? Du bist dir selbst nun schon ein ganzes Stückchen nähergekommen! Herzlichen Glückwunsch!! Kannst du diesen Erfolg wahrnehmen? Sieh dir den Weg an, den du bereits hinter dir hast! Bewerte die Entfernung nicht, es geht sich nicht um Meter oder Kilometer, um Zahlen. Es geht sich um das Voranschreiten an sich. Das ganze Leben ist ein Weg. Wichtig ist, dass du gehst, und mit welcher Einstellung du gehst. Und bedenke… der Weg ist das Ziel…


Du wirst auf deiner Reise immer mehr Wegbegleiter kennenlernen, wundere dich nicht… Jeder hat dir etwas zu sagen, nimm dir die Zeit und höre zu, fühle und bewerte nicht. Es gibt kein richtig und falsch, kein schwarz und weiß, kein geht nicht. Die Welt ist bunt, es gibt viele Möglichkeiten und Lösungen. Manche fühlen sich gut an, manche nicht. Traue dich auszuprobieren spielerisch, verbinde und trenne wieder. Behalte, was dir gefällt, dir guttut, und lasse wieder los, was deiner Seele nicht guttut. Traue dich „Fehler“ zu machen. Und mal ehrlich… es gibt keine Fehler… Es gibt nur Erfahrungen. Gelangst du einmal in eine Sackgasse, oder entfernst dich wieder von dir durch eine dubiose Abbiegung, nicht schlimm! Einer deiner Wegbegleiter wird es dir durch seine Emotion schon mitteilen!


geh' einfach los... Ich wünsche dir unheimlich viel Spass! Es lohnt sich!

Liebe Grüsse, Kerstin Haag - Blickwechsel